Heft 1/2013 - Editorial

Die Zeitschrift für Europäisches Umwelt- und Planungsrecht (EurUP) stellt sich in ihrem 10. Jahrgang mit diesem ersten Heft des Jahrgangs 2013 auf eine personell breitere und inhaltlich leicht veränderte Basis. Die EurUP ist eine feste Größe im Bereich des Umwelt- und Planungsrechts. Sie publiziert in deutscher und im Einzelfall auch in englischer Sprache hochwertige und grundlegende Beiträge zum internationalen, europäischen und nationalen Umwelt- und Planungsrecht. Die Zeitschrift hat künftig stärkeren Archivcharakter und erscheint viermal jährlich, wobei jeweils eine Ausgabe einem aktuellen Themenschwerpunkt gewidmet ist – in diesem Jahr den rechtlichen Herausforderungen der Energiewende. Der Seitenumfang eines Jahrgangs der Zeitschrift bleibt unverändert.

Die Schwerpunkthefte werden von den Herausgebern jeweils im jährlichen Wechsel verantwortet. Sie sind besonders umfangreich und bieten so auch jungen und weniger bekannten Autoren die Möglichkeit zeitnaher Publikation. Die Herausgeber laden an dieser Stelle herzlich zur Einreichung von Manuskripten ein.

Im Mittelpunkt der ausgewählten Rechtsprechung stehen die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs, ergänzt durch Entscheidungen nationaler und internationaler Gerichte aus dem Themenspektrum der EurUP. Diese werden künftig vor allem als kommentierte Leitsätze erscheinen, wobei dem Leser der elektronische Zugriff auf alle Volltexte erhalten bleibt. Zusammen mit dem bisherigen geschäftsführenden Herausgeber Detlef Czybulka (Universität Rostock) bilden die Professoren Astrid Epiney (Universität Freiburg i.Ue./ Schweiz), Kurt Faßbender (Universität Leipzig), Klaus Ferdinand Gärditz (Universität Bonn) Wolfgang Kahl (Universität Heidelberg) und Alexander Proelß (Universität Trier) das neue Herausgeberteam. Die Vorstellung der neuen Herausgeber wird in diesem Heft begonnen und in den kommenden Heften fortgesetzt. Sie alle dürften den Lesern der EurUP publizistisch schon bekannt sein und zählen zu den profiliertesten Umweltrechtlern, wobei auch das Planungsrecht mit Kurt Faßbender und das Umweltvölkerrecht mit Alexander Proelß, der auch das Seevölkerrecht dauerhaft in der EurUP verankern wird, stark vertreten sind. Die Herausgeber werden durch den Beirat aktiv unterstützt. Im Beirat, der noch ergänzt werden wird, sind vor allem Repräsentanten der Rechtsprechung, Wissenschaft, Verwaltung und Anwaltschaft vertreten und die Kontakte zur EU und den europäischen Staaten gelegt.

Mit der personellen Umstrukturierung des Herausgeberteams vollzieht sich auch ein Generationenwechsel. Dies gilt sicherlich für Klaus Ferdinand Gärditz, (Jahrgang 1975), seit 2009 Inhaber eines Lehrstuhls für Öffentlichen Recht an der Universität Bonn mit Vorerfahrungen als Verwaltungsrichter und Rechtsanwalt. Er hat sich an der Universität Bayreuth bei Wolfgang Kahl habilitiert und besitzt die venia legendi für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht. "Nebenbei" hat er eine Monographie zum Europäischen Planungsrecht verfasst.

Klaus F. Gärditz hat den programmatischen Titelaufsatz dieses Hefts verfasst und referiert über "Zeitprobleme des Umweltrechts". Für die Vergangenheit und die Aufbauphase des deutschen Umweltrechts diagnostiziert Gärditz eine "bewusste Zeitlichkeit" der Gesetze, verbunden mit einer angemessenen Delegation technischer Details auf den flexibleren Verordnungsgeber. Die in der jüngeren Gesetzgebung im Zeichen des Langzeitszenarios Klimawandel und des "Megaprojekts" Energiewende zu bemerkende Tendenz zur "Entzeitlichung" bzw. zur zeitlosen Zukunftsfixiertheit eines "neuen" Umweltrechts nimmt er zum Anlass einer strukturellen Reflexion über die demokratischen, rechtsstaatlichen und methodischen Prämissen der Umweltrechtssetzung im Konfliktfeld von Wissenschaft, Politikberatung und Politik. Hierbei geht es dem Autor vor allem um die interdisziplinären Verständigungschancen zwischen Naturwissenschaften und Recht, wie der Untertitel des Beitrages verdeutlicht. Dem Leser soll nicht zu viel verraten werden, um ihm den Lesegenuss nicht zu nehmen. Die Stichworte "Eilgesetzgebung für die Ewigkeit" versus "Zeitlichkeit und Relativität demokratischer Gesetzgebung" müssen hier genügen. Der Aufsatz fordert zu Stellungnahmen geradezu heraus und ist so Einstieg und Vorbereiter in das diesjährige Themenheft "Energiewende".

Die weitere Herausgeberin Astrid Epiney ist seit 1994 Professorin in Freiburg im Uechtland (Schweiz) und aktuell geschäftsführende Direktorin des universitätsübergreifenden Instituts für Europarecht der Universitäten Bern, Neuenburg und Freiburg i. Ue. Geboren ist sie in Mainz, seit 2011 ist sie "Chevalier de la Légion d´Honneur" Frankreichs. Mit ihrer länderübergreifenden und vergleichenden wissenschaftlichen Tätigkeit im Umweltrecht ist sie für die EurUP schon zuvor unverzichtbar gewesen, durch ihre Herausgeberschaft werden diese Themen nun intensiviert. In diesem Heft legt sie die kommentierte Rechtsprechung des EuGH im Jahr 2012 vor und setzt so die Tradition ihrer Rechtsprechungsberichte in der EurUP der letzten Jahre fort. Beim Ausbau der kommentierten Rechtsprechung in der EurUP wird sie eine tragende Rolle haben.

Der Aufsatz von Czybulka und Braun setzt die Thematik des Heftes 6/2012 zur Zonierung des westlichen Mittelmeers unter dem Aspekt des Biodiversitätsschutzes fort. Der Beitrag betritt für den deutschen Sprachraum Neuland und liefert Anknüpfungspunkte für eine noch zu führende vertiefte Diskussion der europarechtlich zu ziehenden Konsequenzen für Nutzung und Schutz des Mittelmeers.

Die restlichen Seiten dieser "Erstausgabe" bedürfen keiner näheren Beschreibung, Sie finden dort Berichte und Buchrezensionen, die auch weiterhin ihren Platz im Konzept der Zeitschrift haben. Verleger und Herausgeber freuen sich auf das Feedback der Leserschaft zum "relaunch" der EurUP.

Rostock und Berlin, im März 2013

 
 
 

Lx-Nummer Suche

(Schreibweise A | 000123 | 01)

EStAL
Journal
Publication frequency: quarterly
Subscription: € 442,-
ISSN 16 19-52 72

Further information

Reading of Intimate Brussels - Living amongst Eurocrats

30 March 2011, 18.30 pm @ European Parliament

For one year, Martin Leidenfrost explored Europe’s capital and wrote fifty personal – tender, alienated, mischievous – portraits.

“Entertaining, amusing, insightful.” The Gap